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Malteser Darmstadt

Ich wollte nach Deutschland, weil Deutschland seine Türen für uns geöffnet hat.

Zwei syrische Geflüchtete berichteten über ihre Heimat, über die Gründe und den Verlauf ihrer Flucht sowie über ihr Ankommen in Deutschland.

12.03.2018
Der syrische Professor Dr. Radwan Abram erzählt von seiner Heimatstadt Aleppo.
Der junge syrische Student Fadl Martini begeisterte die Zuschauer mit seinen arabischen Liedern.
Koordinatorin Karin Reinhardt, hier rechts neben Fadl Martini, führte durch den Abend. Fotos: Malteser, Thomas Häfner

Darmstadt. „Ich wollte nach Deutschland, weil Deutschland seine Türen für uns geöffnet hat.“ Mit diesen Worten, in denen große Dankbarkeit mitschwingt, endet die Fluchtgeschichte eines syrischen Professors bei seiner Ankunft in Hessen. Er lässt damit Krieg, Gefangenschaft, Folter und die gefährlichen Erlebnisse der Flucht hinter sich. Doch die Sorge um seine Frau und seine beiden Söhne, die nach wie vor unweit von Aleppo leben, ist geblieben.

Der Abend beginnt mit Musik. Der Student und Sänger Fadl Martini singt mehrere traditionelle Lieder aus seiner Heimat Syrien. Er erzählt von der Situation in Idlib und seiner Flucht. Vom Gefühl ohne seine Familie zu sterben und der Sehnsucht nach Frieden. Fadl Martini und Radwan Abram sprechen mittlerweile gut Deutsch. Sie geben mit Ihren persönlichen Erlebnissen den etwa 50 Zuhörern einen Einblick in ihre Lebenswelt. Radwan Abram, der in Aleppo an der Universität unterrichtete, erzählt von der Zeit vor dem Krieg und den verheerenden Folgen des Krieges. Durch die direkte Gegenüberstellung von alten und aktuellen Bildern nimmt er die Anwesenden mit auf einen Spaziergang durch die Stadt, zeigt ehemals prachtvolle Straßen und Bauten, die heute überwiegend zerstört sind und regt mit seinen Berichten über das Essen seiner Heimat den Appetit der Zuschauer an.

Veranstaltet wurde der Informationsabend am 8. März 2018 über Syrien und das Leben syrischer Geflüchteter durch die Malteser Integrationslotsen, ein Projekt des Malteser Hilfsdienst e.V. zur Integration geflüchteter Menschen. Das von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration geförderte Projekt vereint Ehrenamtliche die Geflüchtete individuell begleiten oder themenbezogen Geflüchtete und Alteingesessene miteinander in Kontakt bringen. Die Malteser Integrationslotsen helfen den Geflüchteten bei alltäglichen Problemen wie Deutsch lernen oder Arztsuche und vermitteln ihnen gleichzeitig die Werte unseres Zusammenlebens in Deutschland.

In Deutschland ist Radwan Abram inzwischen so gut angekommen, dass er nun selbst syrische Familien in ihrer Ankunftszeit in Deutschland begleitet. Er stand genau wie Fadl Martini zum Abschluss des Abends bei lockerer Atmosphäre noch für Gespräche bereit.

Wer mehr über die Malteser Integrationslotsen erfahren möchte oder sich selbst ehrenamtlich für Geflüchtete Menschen engagieren will, erreicht Karin Reinhardt, die Koordinatorin ehrenamtlicher Integrationsdienste der Malteser in Darmstadt unter Tel. 06151 3971894 oder E-Mail: Karin.Reinhardt2(at)malteser(dot)org

 

 

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