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Malteser Darmstadt

Netzwerk für 3.000 lebensbedrohlich erkrankte Kinder in Südhessen gegründet

01.12.2017
Vier ambulante Kinderhospizdienste unterzeichnen den Kooperationsvertrag mit dem KinderPalliativTeam Südhessen.
Vier ambulante Kinderhospizdienste unterzeichnen den Kooperationsvertrag mit dem KinderPalliativTeam Südhessen. (vorne sitzend): Dr. Ingmar Hornke (Geschäftsführer KinderPalliativTeam Südhessen), Markus Schips (Diözesangeschäftsführer Malteser Hilfsdienst Diözese Mainz); Reihe hinten (v.l.n.r.): Dr. Andreas Böhmer (Vizeregierungspräsident Darmstadt), Prof. Dr. Katharina Gerarts (Landesbeauftragte für Kinder- und Jugendrechte), Gregor Schmidt (Deutscher Kinderhospizverein Frankfurt-Hanau), Thomas Peffermann (Diözesangeschäftsführer Malteser Hilfsdienst Diözese Fulda) sowie Rainer Neubauer (Geschäftsführer Kinderhospizdienst Bärenherz, Wiesbaden). Foto: Malteser

In Südhessen leben schätzungsweise 3.000 Familien, deren Kinder an einer lebensverkürzenden Erkrankung leiden. Etwa 400 lebensbedrohlich erkrankte Kinder kommen jährlich in Südhessen neu hinzu. Um betroffenen Familien zu Hause eine bestmögliche Versorgung und Unterstützung anbieten zu können, erarbeiteten das KinderPalliativTeam Südhessen und die ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste der Region Südhessen, darunter der Deutsche Kinderhospizverein e.V., mit seinen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten in Hanau und Frankfurt, der Malteser Kinderhospiz- und Familienbegleitdienst Südhessen, der Malteser Kinderhospizdienst Main-Kinzig-Fulda sowie der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Bärenherz in Wiesbaden, einen gemeinsamen und trägerübergreifenden Kooperationsvereinbarung.  Diese wurde am 29. November im Rahmen des 3. Forums für pädiatrische Palliativ -und Hospizversorgung in Frankfurt unterzeichnet.

„Mit der Diagnose einer lebensverkürzenden Erkrankung des Kindes, ändert sich das Leben einer Familie von heute auf Morgen“, wissen die Vertreter der Kinder- und Jugendhospizdienste. Schnell müssen funktionierende Strukturen aufgebaut werden, um die vielfältigen Herausforderungen meistern zu können: Krankenhausaufenthalte, Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung des erkrankten Kindes, die Situation der Geschwister, aber auch die eigene Gesundheit und die Auswirkungen auf Ehe/Partnerschaft. Ambulante Kinderhospizdienste mit qualifizierten ehrenamtlichen Kinderhospizbegleiter/innen sind dann wichtige Bausteine in der ambulanten Versorgungsstruktur. In Südhessen stehen durch die unterzeichnenden ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste ca. 250 qualifizierte Ehrenamtliche für die Begleitung der Familien im Alltag bereit.

Grundvoraussetzung für die Betreuung des kranken Kindes im häuslichen Umfeld ist eine gute ambulante medizinische und pflegerische Versorgung des erkrankten Kindes. Das KinderPalliativTeam Südhessen ist ein wichtiger Baustein dieser Versorgung. Seit mehr als 5 Jahren besteht das Team aus 14 Mitarbeitern, die sich auf die medizinisch-pflegerische Versorgung von Kindern mit lebensbedrohlichen Erkrankungen spezialisiert haben. „Jede Familie sollte frei entscheiden können, wie die Begleitung und Pflege des Kindes organisiert ist: stationär oder ambulant. Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung bekommt die seit Jahren gute Zusammenarbeit zwischen dem KinderPalliativTeam und den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten eine neue Qualität“, so Dr. Ingmar Hornke, Geschäftsführer des KinderPalliativTeams Südhessen.

Mit der Kooperationsvereinbarung verpflichten sich die Institutionen untereinander zu einer vernetzten und fachlich fundierten Zusammenarbeit um die Situation der Kinder und Ihrer Familien im häuslichen Umfeld zu verbessern. Die Kooperationspartner teilen das Grundverständnis, dass die lebensbejahende Hospizarbeit und Palliativmedizin die aktive Sterbehilfe und den assistierten Suizid ausschließen.

„Damit festigt sich in Südhessen ein multiprofessionelles Netzwerk, das sowohl medizinisch- pflegerische, als auch psychosoziale Bedürfnisse aller Familienmitglieder und sonstigen Bezugspersonen im Blick hat“, so der Regierungsvizepräsident des Regierungspräsidiums Darmstadt, Dr. Alexander Böhmer.

Weitere Informationen zur hospizlichen Begleitung für Erwachsene finden Sie hier.

Weitere Informationen zur hospizlichen Begleitung für Kinder und ihre Familien finden Sie hier.

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